Cèdre Figalia, the perfumer's word

Cèdre Figalia, Die Worte der Parfümeurin

Der Schöpfer der Marke wünschte sich einen Duft, der die Essenz der Natur in all ihren Formen widerspiegelt. Wie ist es Ihnen gelungen, diese Inspiration olfaktorisch umzusetzen?

Gemeinsam mit Véronique Le Bihan verfolgten wir das Ziel, eine grüne, holzige Struktur zu erschaffen, die zugleich lebendig, saftig und frisch wirkt, fast so, als würde sie von innen heraus von pflanzlichem Saft durchströmt sein.

Ausgehend von meinen Eindrücken der Rohstoffe selbst habe ich versucht, ihre unmittelbare Materialität und ihre emotionale Resonanz einzufangen. Um diese holzige Signatur zum Leben zu erwecken, kombinierte ich ein Duo aus grünem Feigenblatt und tanninhaltigen Noten von brasilianischem Maté Craftivity®, exklusiv bezogen über Cosmo International Fragrances.

Diese sorgfältig ausgewählten Ingredienzen verkörpern die Natürlichkeit und Authentizität dieses außergewöhnlichen Rohstoffs. Ein Absolue von Spinat verleiht der Komposition schließlich eine zusätzliche Dimension: eine saftige, wässrige, fast chlorophyllartige Frische, die den Eindruck von lebendiger Pflanzenmaterie vollendet.

Welche Entscheidungen haben Sie bei der Struktur des Duftes getroffen? Können Sie uns diese erläutern?

Ich wollte in dieser Komposition eine Spannung erzeugen, eine Bewegung zwischen zwei Polen.

Auf der einen Seite steht die vibrierende, organische Kraft des Zedernholzes, verstärkt durch die aromatischen Facetten des jamaikanischen Piment. Diese Struktur verleiht dem Duft Tiefe, Wärme und eine gewisse Resonanz.

Auf der anderen Seite befindet sich der Akkord des Feigenblatts, der an ein frisch zerdrücktes Blatt erinnert. Ergänzt wird er durch die krautigen Nuancen von Basilikum sowie die spritzige Frische von Bergamotte.

Zwischen diesen beiden Welten, holzig und grün, warm und frisch, entsteht eine lebendige Spannung, die dem Duft seine Dynamik und seinen natürlichen Charakter verleiht.

Wie beeinflusst Ihre Liebe zu Pflanzen Ihre kreativen und olfaktorischen Entscheidungen?

Meine Leidenschaft für Pflanzen geht weit über ihre reine Duftsignatur hinaus. Wenn ich einen Rohstoff betrachte, werden alle meine Sinne aktiviert, insbesondere der Tastsinn spielt dabei eine zentrale Rolle.

Diese gesteigerte Sensibilität erlaubt es mir, mit unterschiedlichen Texturen zu arbeiten und gezielt Kontraste in meinen Kompositionen zu schaffen. So entsteht ein vielschichtiger Dialog zwischen Material, Empfindung und olfaktorischer Interpretation.

Warum haben Sie sich entschieden, mit drei verschiedenen Zedernarten zu arbeiten?

Um die holzige Signatur dieses Duftes zum Leben zu erwecken, wollte ich die faszinierenden Eigenschaften von drei unterschiedlichen Zedernarten miteinander verbinden, die jeweils eine eigene Identität besitzen.

Die Virginia-Zeder bringt eine sehr klare, trockene und kristalline Holznote mit sich – eine energiegeladene, vibrierende Struktur.

Dazu kommt die Atlas-Zeder aus Marokko, die durch ihre leicht rauchige „Borken“-Facette geprägt ist und dem Duft eine warme, sinnliche Dimension verleiht, die an von der Sonne erwärmte Haut erinnert.

Schließlich habe ich die Alaska-Zeder integriert, die eine deutlich ursprünglichere, rohe Qualität besitzt. Ihre Nuancen erinnern an geräucherten Thymian und verbinden den Duft mit seiner aromatischen Dimension.

Drei Worte, die Cèdre Figalia beschreiben?

Vibrierend / Pflanzlich / Zeitgenössisch